Der Paterzeller Eibenwald, ein außergewöhnlicher Ort, entstand zwischen dem hohen Moränenzug von Wessobrunn und dem Schotterdelta von Raisting. Dieses Kalktuffvorkommen bildet den Untergrund für das letzte und größte zusammenhängende Eibenvorkommen in Deutschland. In dem heute staatlichen Naturschutzgebiet, das ca. 87,8 ha groß ist stehen ca. 2300 über mannshohe Eiben.

Bis zu Säkularisation 1803 war der Eibenwald im Besitz des Wessobrunner Klosters. Das sehr biegsame, harzfreie Holz wurde z.B. für die Decke des Theatersaales im Kloster genutzt. Diese ist heute im Festsaal des „Gasthof zur Post" in Wessobrunn mit den Deckenbildern von Merkur, Chronos (Saturn), Mars, Jupiter und Apoll, die Pater Josef Zäch zugeschrieben werden, zu besichtigen.
Ca. 1907 fielen dem botanisch interessierten Arzt Dr. Fritz Kollmann die besonders vielen Eiben in dem Wald auf. Er kartografierte und fotografierte und setzte sich sehr für den Schutz des Eibenwaldes ein, so dass der Wald schließlich ab 1913 zum staatlichen Naturdenkmal erklärt und 1939 zum Naturschutzgebiet umgewidmet wurde.

1995 wurde vom damaligen Forstamt Weilheim der Eibenlehrpfad angelegt, der an den prägnantesten Stellen des Eibenwaldes vorbeiführt. Hier kann man von der jungen Eibe bis zu den ältesten Eiben und dem allgegenwärtigen Wasser, das den Besucher in eine mystische Stimmung versetzt, alles bewundern.

 

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Naturdenkmal: Ein besonderes Gehölz

 


Botanik der Eibe:

In unseren Wäldern ist die Eibe nur noch sehr selten anzutreffen, daher ist der Paterzeller Eibenwald eine wirkliche Besonderheit. Die Eibe bevorzugt als Wachstumsgrundlage schattigen und feuchten Untergrund, am liebsten kalkhaltige Böden, wie wir sie auch hier bei uns finden. Sie wächst hinauf bis zu einer Meereshöhe von 1200 -1700 m. Interessanterweise findet man die Eibe überwiegend auf der Nordhalbkugel der Welt. Man unterteilt die Spezies in acht verschiedene Arten: Taxus baccata, Taxus sumatrana, Taxus floridana, Taxus brevifolia, Taxus canadensis, Taxus wallichiana, Taxus cuspidata, Taxus globosa. Obwohl die Eibe den Koniferen sehr ähnlich ist, bildet sie botanisch gesehen eine eigene Klasse, die der Eibengewächse, der Taxaceae.
Der meist unterständig wachsende Baum erreicht eine Höhe von 15 bis 20 m. Einige einzeln stehende Solitärbäume können auch größer werden. Gerne wächst er mit Bergahorn, Buche, Fichte, Tanne sowie auch Esche und Ulme zusammen.
Oft verzweigt sich die Eibe bereits in Bodennähe und treibt am Stamm senkrecht hochwachsende Stockausschläge aus. Sie ist ein äußerst widerstandsfähiger, robuster Baum, der sich durch fast nichts unterkriegen lässt. Wird er durch Sturm umgeworfen, bilden sich aus den ehemaligen Zweigen neue Bäumchen, dies kann man im Paterzeller Eibenwald an einige Stellen beobachten.
In Deutschland finden wir, außer den Paterzeller Eibenwald noch an folgenden Orten Eibenvorkommen: In der thüringischen Rhön bei Glattbach, im Bodetal im Harz und in der fränkischen Schweiz bei Gössweinstein.
In der Regel ist der Eibenbaum zweihäusig, das bedeutet, dass es männliche und weibliche Eiben gibt. Sehr selten sollen auch beide Geschlechter an einem Baum vorkommen. Die männlichen Eiben erkennt man an den kleinen kugeligen, gelben Kätzchen, die sich, auf der Unterseite der Nadeln, oft schon Ende Februar, spätestens aber im März öffnen und den Blütenstaub entlassen. Dieser wird durch den Wind den weiblichen Blüten zugetragen, die zu der Zeit nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Aus der kleinen grünlichen Blüte, die mit ihrem klebrigen Tropfen den Staub der männlichen Kätzchen bindet, entwickelt sich im Laufe des Sommers bis zum Spätherbst eine rote Scheinfrucht, die den braunen Kern teilweise umhüllt. Hier handelt es sich, botanisch gesehen, um einen sogenannten Arillus. Das rote Fruchtfleisch und das Holz sind als einzige Teile der Eibe nicht giftig. Die Scheinbeere enthält viele Schleimstoffe und Vitamin C. Alle anderen Teile der Eibe, die Nadeln, der Kern, auch die noch nicht verholzten Teile der Eiben sind giftig, da sie Alkaloide wie Taxin u. a. enthalten.
Für Pferde, die die Eibensprossen gerne verzehren würden, sind sie tödlich giftig. Rotwild und Rehe hingegen lieben die Eibensprossen und vertragen sie auch. Deshalb müssen die jungen Eiben vor ihnen mit einem Zaun geschützt werden, bis die Baumspitze gut übermannshoch ist, da sonst die natürliche Nachzucht der Eibe durch den Wildverbiss gefährdet ist. Auch nimmt diese eine lange Zeit in Anspruch, da die sehr knorrige und oft drehwüchsige Eibe äußerst langsam wächst und sehr alt wird. Teilweise wird sogar von tausendjährigen Eiben gesprochen, was allerdings zu beweisen wäre. Nicht desto trotz ist ihr Schutz notwendig geworden, so dass sie selbst unter Naturschutz steht, ebenso wie der ganze Eibenwald.

 

Er ist das einzig erhalten gebliebene Gebäude aus der Zeit um 1250 und gehörte zur Klosterkirche. Mittels eines Steges war er, in Höhe des 1. Stockwerkes, mit der Klosterkirche verbunden.  Der Grundriss des quadratischen Turmes hat  im Sockel eine Seitenlänge von 9,50 Metern. Die Höhe des Turmes bis zum Giebel beträgt 17 Meter. Außer einigen Lichtspalten und Scharten, sowie einer Sonnenuhr und den Zifferblättern, befinden sich keine Unterbrechungen an den Tuffsteinwänden. Im Erdgeschoss beträgt die Mauerstärke drei Meter. Überwiegend besteht das Mauerwerk aus Paterzeller Tuff. Die Füllung zwischen den Mauern besteht aus einem Gusswerk erratischen Geschiebe und Ziegelsteintrümmern in sehr festen Mörtel. Nur die Innenwände ab dem 3. Stockwerk sowie der Giebel ist aus Ziegel gebaut. Der hochgelegene Eingang weist auf die Wehrfunktion des Turmes hin. Doch seit vielen Jahrhunderten diente er als Glockenturm, wie die alten Eichenbalken am 4. Stockwerk beweisen. Durch die Glockenseile sind sie über die Hälfte durchgescheuert.  Innerhalb der Mauer führt eine Treppe zum 4. Stock. Dieser große Glockenturm wurde 1519 neu eingewölbt, da das alte Gewölbe durch Nässe baufällig geworden war.

1524 wurde eine von Nikolaus Huber aus Pestenacker angefertigte Uhr eingebaut. Diese Uhr hatte Viertel- und Stundenschlag.

Die erste nachgewiesene Glocke in diesem Turm wurde 1455 von Paulsen aus München gegossen. Im Jahre 1590 waren es bereits vier Glocken.

Zur Zeit der Säkularisation befanden sich fünf Glocken im Turm. Die Generallandesdirektion überließ drei dieser Glocken, eine Uhr und den Turm der Gemeinde Wessobrunn.

Sowohl im 1. wie im 2. Weltkrieg wurden die Glocken abgenommen und Eingeschmolzen.
Die im 1. Stock sich befindliche Turmuhr stammt aus dem Jahre 1929.

Im Erdgeschoss ist eine Sammlung von behauenen Steinen aus der romanischen Klosterkirche untergebracht.


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Die Mariengrotte, befindet sich auf dem Fußweg zwischen dem „Grauen Herzog" und der Tassilolinde, wurde im Jahre 2009 aus Tuffsteinen der ehemaligen Klosterkirche erbaut und konnte am 11. Oktober 2009 vom Augsburger Bischof Mixa geweiht werden.

Die darin befindliche Madonnenstatue ist eine Kopie der um 1235/50 entstandenen „Mutter der Heiligen Hoffnung". Die Originalfigur befindet sich heute im Nationalmuseum in München. Es ist eines der ältesten marianischen Gnadenbilder in Bayern.


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Die drei Quellen, die in Kreuzesform zusammenfließen und in der Gründungslegende ihre Bedeutung haben, wurden über viele Jahrhunderte hinweg verehrt.
So ließ 1518 der damalige Abt Kaspar Götz (1508 – 1525) „ein lustig Summerhaus in den Ursprung Wesonis" erbauen. Es war ein kapellenartiger Rundbau.
Abt Benedikt Schwarz (1589 – 1598) ließ die drei Quellen fassen, ein Bassin errichten und das ganze durch eine schützende Mauer umgeben. Von Abt Thassilo Bölzl (1706 – 1743) wurde 1735 die  dreibögige, offene Brunnenhalle wurde nach Plänen von Joseph Schmuzer1734/35 erbaut.  In dem Gebäude ist ein Gemälde über die Gründungslegende und eine Klosteransicht nach dem Idealplan von Johann Schmuzer angebracht. Auf einigen Holztafeln befinden sich die Namen der Äbte und die Namen der bedeutendsten Baumeister und Stuckatoren von Wessobrunn.
In den Jahren 1979/81 wurde mit Unterstützung des Bezirks Oberbayern die gesamte Anlage aufwändig renoviert.
Mit dem Wasser aus den drei Quellen wurde neben dem Kloster auch der Ort Wessobrunn bis zum Jahre 1986 versorgt.


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Da Wessobrunn zu den ärmeren Klöstern gehörte, dürften die Konventgebäude in früherer Zeit recht einfach gewesen sein.
Nach dem Brand von 1220 war nicht nur die Kirche, sondern auch die Konventgebäude in Mitleidenschaft gezogen und mussten z.T. neu errichtet werden. Im 15. und 16. Jh. setzte eine größere Bautätigkeit ein. Neben einem neuen Dormitorium (Klosterzellen) und einer Krankenstube wurde eine Mauer um die Klostergebäude errichtet.
Unter Abt Leonhard Weiß begann die Neugestaltung der Klosteranlage entsprechend dem Idealplan von Johann Schmuzer (1642 – 1701). Ab 1680 wurde unter der Leitung von Johann Schmuzer mit dem Gäste- oder Fürstentrakt begonnen. Es folgte an seinem östlichen Ende durch einen rechtwinkeligen Anbau das Abteigebäude. Im Untergeschoss waren Werkstätten, eine Bäckerei und die Brauerei eingerichtet.
Die oberen Räume sind mit Deckengemälden und Stuck ausgestattet. An der Südostseite befindet sich der Tassilo- oder Jägersaal. An der Südwestecke befand sich der Theatersaal, dessen Gemälde sich heute im Saal des Gasthauses zur Post befinden.
Die Stuckaturen im Gang stammen von Johann Schmuzer während die Zimmer von Joseph Schmuzer (1683 – 1752), seinem Bruder Franz Schmuzer (1676 – 1741) und anderen Stuckatoren angebracht wurden. Mit zahlreichen marianischen Emblemen  ist die Gangdecke verziert.
Unter Abt Thassilo wurden das „Alte Münster" abgebrochen und neue Wohnräume für die Mönche, ein Refektorium sowie Archiv und Bibliothekräume gebaut.
Diese Gebäude befanden sich südlich und östlich der Klosterkirche und wurden mit dieser 1810 abgebrochen. Schon um 1804 beseitigte man einen Teil der Wirtschaftsgebäude.
Übrig geblieben ist der Prälaten, der Gäste- und der Theatertrakt.


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Nach Wessobrunn kommt man, weil man da und dort gehört hat, dass ein Wessobrunner Künstler die Kirche gebaut hat oder weil der Name "Wessobrunner Gebet" einem von der Schulzeit her bekannt ist. So erwartet man sich einen Ort mit viel Geschichte, zumindest mit einer großen Klosterkirche, und ist dann vielleicht überrascht, dass nicht alles gewaltiger und eindrucksvoller ist.
Um Wessobrunn und seine Bedeutung in der Kunst des Barock und Rokoko kennen zu lernen, müsste man weit im Land herumfahren, nicht bloß in Schwaben und Altbayern. Bis nach Berlin, Versailles, Polen und Rußland müsste man reisen, um zu bestaunen, was damals von hier aus geschaffen wurde.

Die im Jahre 1810 abgebrochene Klosterkirche wurde am 15. Mai 1285 geweiht. Es war eine dreischiffige Hallenkirche mit erhöhtem Chorraum und einer darunter liegende Krypta. Das ehemals hölzerne Deckengewölbe wurde 1450 unter Abt Leonhard Vettinger (1443 – 1460) durch ein gotisches, steinernes ersetzt. Um diese Zeit wurde auch die Ostpartie der Kirche mit der Krypta neu gepflastert.
Im Jahr 1526 ließ Abt Wolfgang Kolb (1525 – 1533) das gesamte Dach neu eindecken.
Unter Abt Bernhard Gering (1655 – 1666) begann trotz wirtschaftlicher Notlage die Barockisierung der Kirche. Dabei wurde der Lettner beseitigt und das spätgotische Gewölbe sowie der gesamte Innerraum mit Stuck und Vergoldungen überzogen. Das romanische Kruzifix, das sich heute in der Pfarrkirche befindet, wurde 1662 neu gefasst.
Von Abt Leonhard Weiß (1671 – 1696) bekam die Kirche ein neues Westportal aus Sandstein, auf dem eine Figur des Hauptpatrons Petrus stand und zu seinen Füßen die Insignien des Herzogs Tassilo sich befanden.
Einige Kapellen wurden angebaut.

Die beiden schon Ende des 17. Jahrhunderts geplanten und 1719 mit dem Bau begonnenen beiden Westtürme wurden nicht verwirklicht.
Zuständiger Architekt für die Umbauarbeiten war der Klosterbaumeister Joseph Schmuzer (1683 – 1752).

Kurfürst Max Emanuel (1679-1726) stiftete 1723 als Ausbuchtung des nördlichen Seitenschiffes der Klosterkirche eine Kapelle zu Ehren der Immaculata, die von der Bruderschaft der Unbefleckt Empfangenen genutzt wurde.

Bei der Säkularisation 1803 wurde die Inneneinrichtung versteigert bzw. zerstört. Von Pfarrer Jakob Pfleger wurden mehrere Bauteile die mittelalterliche Kirche nach Hofstetten mitgenommen, darunter das Gandenbild „Mutter der Hl. Hoffnung".

An die Lage des Hauptaltares erinnert heute nur noch ein Gedenkstein.


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Auf einer kleine Anhöhe, an der Straße von Wessobrunn nach Landsberg, erinnert die Kapelle an jene Stelle, wo 955 von den Ungarn sechs Mönche und Abt Thiento erschlagen wurden. An jener Stelle wurde zunächst ein Kreuz aufgestellt und dann eine hölzerne Kapelle errichtet. Die Reliquien wurden später in die Klosterkirche überführt. Unter Abt Benedikt Schwarz (1589 – 1598) wurde 1595 ein Steinbau errichtet. 1771 ließ Abt Engelbert Goggl (1770 – 1781) die Kapelle barockisieren, wobei ein Deckengewölbe eingebaut wurde. Das Deckengemälde schuf der damals in Haid wohnende, ehemalige Akademieprofessor Matthäus Günther (1705 – 1788). Dargestellt ist das Martyrium der sechs Mönche und des Abtes Thiento sowie die Kreuzauffindung durch Kaiserin Helena und Bischof Makarios.
Von Tassilo Zöpf (1723 – 1807) wurde die Kapelle mit Stuck ausgestattet. In der Kapelle befindet sich der Findling, auf dem die Mönche enthauptet wurden.


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Unter einer mächtigen Linde ließ Prof. Dr. Johann Nepomuk Sepp, der damalige Besitzer der ehemaligen Klostergebäude, 1875 das um 800 entstandene Wessobrunner Gebet in einen Findling meißeln. Das Original dieses Schriftstückes ist in der Staatsbibliothek in München aufbewahrt. Es wurde bei der Säkularisation in den Unterlagen des Klosters in Wessobrunn gefunden.

Der unbekannte Dichter dieses Gebetes zeigt darin, dass die Schöpfung zu einer bestimmten Zeit nicht wahr, dass von all den Dingen, die so schön, so lebenswichtig und so auffällig sind, keines existierte. Es ist daraus zu entnehmen, dass die Schöpfung im Gegensatz zu Gott einen Anfang hat.

Es ist das erste christliche Gedicht in althochdeutscher Sprache, das erhalten geblieben ist.

De Poeta

Dat gafregin ih mit firahim  firiuuizzo meista
Dat ero ni uuas  noh ufhimil
noh paum   noh pereg ni uuas
ni  nohheinig  noh sunna ni scein.
noh  mano ni liuhta  noh der mareo seo
Do das niuuiht ni uuas  enteo ni uuenteo
enti do uuas der eino  almahtico cot
manno miltisto, enti das uuarun auh manake mit inan
cootlihhe geista.
enti cot heilac
Cot almahtico,
du himil enti erda gauuorahtos
enti du mannun so manac coot forgapi,
forgip mir in dino ganada
retha galaupa enti cotan uuilleon,
uuistom enti spahida enti craft,
tiuflun za uuidarstantanne
enti arc za piuuisanne,
enti dinan uuilleon za gauurchanne.


Übersetzung

Das erfragte ich unter den Menschen
als des Wissen größtes;
Das die Erde nicht war,
noch der hohe Himmel,
noch Baum, noch Berg war,
noch irgend etwas,
noch die Sonne schien,
noch der Mond leuchtete,
noch das glänzende Meer war.
Als da nichts war von Enden und Wenden,
da war doch der eine allmächtige Gott,
des Wesen freigebigstes,
und da waren auch mit ihm
viele herrlich Geister
und Gott war heilig
Allmächtiger Gott,
der Du Himmel und Erde erschaffen
und den Menschen so viel Gutes gegeben hast,
verleih mit in Deiner Güte
rechten Glauben und guten Willen
Weisheit und Klugheit und Kraft
dem Teufen zu widerstehen
und das Böse zu meiden
und deinen Willen zu vollbringen.


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Der ursprüngliche Baum war der innere Kern, um den immer neue Triebe zu mächtigen Stämmen herangewachsen sind, wenn auch der innere Teil wieder morsch geworden ist. Am Lindenplatz steht der 1875 errichtete Gedenkstein mit dem Wessobrunner Gebet. Dieses gilt als ältester Text der deutschen Sprache, der heute noch erhalten ist. In einem Büchlein von 814, das wie damals üblich in lateinischer Sprache geschrieben wurde, hat der unbekannte Verfasser in seiner Muttersprache Gedanken über Gott und den Ursprung der Welt niedergelegt.

 

Bereits im Jahre 1128 wurde für die umliegende Bevölkerung neben der Klosterkirche eine Pfarr- und Taufkirche errichtet. Abt Heinrich Zäch (1498 – 1508) ließ zwischen 1506 und 1508 einen erweiterten Neubau errichten. Diese Kirche musste 1741 wegen Baufälligkeit geschlossen werden.

Mit dem Bau der jetzigen Pfarrkirche wurde 1757 begonnen und 1759 geweiht. Bauherr war Abt Beda Schallhammer (1743 – 1760). Der Entwurf der Kirche dürfte aus der Hand von Joseph Schmuzer stammen, der jedoch den Bau nicht mehr erlebte. Die drei Altäre aus Stuckmarmor, die Kanzel sowie die gesamte Stuckierung, ist ein Werk von Tassilo Zöpf. Das Deckengemälde stammt aus der Hand von Johann Baptist Baader (1717 – 1780), der als Lech-Hansl bekannt ist. Im Langhaus ist auf ca. 160 Quadratmetern das Leben des Kirchenpatrons Johannes des Täufers dargestellt, während im Hintergrund eine prächtige Landschaft zu sehen ist. In den sechs Kartuschen befinden sich Embleme, die sich auf Johann Baptist als Vorläufer und Verkünder Jesu beziehen. Die apokalyptische Vision des Johannes Evangelist ist im Chorgewölbe dargestellt. In den Zwickelkartuschen sind die vier Kirchenvätern zu sehen.

Auf dem Hochaltar stehen Figuren von dem Bildhauer Franz Xaver Schmädl (1705 – 1777) aus Weilheim: links Johannes Evangelist, rechts Johannes Baptist. Hinter dem Altar befinden sich die Gebeine des wohl bedeutendsten Wessobrunner Abtes, Walto.

Auf dem rechten Seitenaltar steht die Figur der Märtyrerin Agathe, die ebenfalls von Franz Xaver Schmädl angefertigt wurde. Das viel verehrte Gnadenbild von der „Mutter der schönen Liebe" ist seit 1803 auf dem linken Seitenaltar angebracht, da es aus der Klosterkirche weichen musste.

An der Nordwand im Langhaus befindet sich ein monumentales romanisches Kruzifix, das sich früher auf dem Kreuzaltar in der Klosterkirche befand. Es zeigt uns den Heiland wie er am Kreuze hängt in tödlicher Pein, vor Schmerzen sich windend. Das hl. Haupt ist fast fleischlos, mit hohlen Wangen, verzogenen Mund und aufgerissenen Augen.


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Die ursprüngliche Filialkirche und spätere Wallfahrtskirche gehörte ab 1120 zur Pfarrei Wessobrunn. Erst nach Auflösung des Klosters wurde Forst 1805 eine eigene Pfarrei.
Vermutlich wurde die Kirche unter Abt Leonhard Vettinger (1443-1460) erbaut. Unter Abt Bernhard Gering (1655-1666) musste die Kirche wegen der großen Pilgerschar erweitert werden.
Die jetzige Kirche wurde unter Abt Thassilo Boelzl (1706 – 1743) nach den Plänen von Joseph Schmuzer (1683-1752) erbaut und konnte 1735 eingeweiht werden.
Das Langhaus besteht aus vier Jochen mit einem eingezogenen halbrund schließenden Chor. Der Emporenrundgang im Chor erinnert an die Wallfahrtskirche Vilgertshofen im Landkreis Landsberg.
Die drei Stuckmarmoraltäre sowie der Stuck sind Arbeiten von Tassilo Zöpf. Das Deckenfresko im Chor fertigte 1756 J. Martin Heigl, dargestellt ist der Heilige St. Leonhard als Fürbitter im Himmel. 1761/69 malte Matthäus Günther (1705 – 1788) das Deckenfresko im Langhaus. In diesem Werk sind Szenen aus dem Leben des Hl. Leonhard geschildert. Unter anderem ist dargestellt auf einer Wolke thronend Divina Providentia sowie der hl. Leonhard als er den königlichen Palast Chlodwigs verlässt. Er führt ein Gruppe junger Männer an, die mit ihm aufbrechen. Sie alle sind mit höfischer Kleidung, mit Reisemantel und Pilgerstab dargestellt. Aus dem Palast drängen Gefangene heraus und strecken ihre Ketten dem Heiligen entgegen. Unter einem Baum weiden Haustiere.
Der jährliche Leonhardiritt am 6. November zählt zu den ältesten unserer Gegend und wurde bereits im 17. Jahrhundert abgehalten.


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 Telefon: 08809/222   
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